Materiale Textkulturen
Teilprojekte
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A01

Beschriebenes und Geschriebenes im städtischen Raum der griechisch-römischen Antike und des Mittelalters

 

Unterprojekte der 3. Förderphase (2019-2023)

UP1
Die Präsenz von Inschriften in griechischen Heiligtümern: Die Evozierung der Polis in epigraphischen Inszenierung
( Anna Sitz, PhD, Banban Wang)
 
UP2
Ritualisierte Inschriftlichkeit und handlungsbezogene Ikonographie an spätantiken Gräbern im westlichen Imperium Romanum (3.–7. Jh.)
(Prof. Dr. Christian Witschel, Stefan Ardeleanu)
 
UP3
Metamorphosen und Kontinuitäten von Inschriftlichkeit – Päpstliche Epigraphik zwischen Spätantike und Renaissance (5.–15. Jh.)
(Prof. Dr. Nikolas Jaspert, Dr. Wolf Zöller)
 
UP4
Epigramme in und an byzantinischen Bauwerken Konstantinopels: Schriftbild und Materialität (4.–14. Jh.)
(Prof. Dr. Stephan Westphalen, Solvejg Langer)
 

Unterprojekte der 2. Förderphase (2015-2019)

UP1
Die Präsenz von Text-Monumenten und das Selbstverständnis bürgerlicher Gemeinschaften im hellenistischen und kaiserzeitlichen Kleinasien (3. Jh. v.–2. Jh. n.Chr.)
(Dr. Ludwig Meier, Evelien Roels, Anna Sitz, PhD)
UP2
Spätantike Inschriftenkulturen im Imperium Romanum – zum Wandel von Kommunikationsstrukturen und Kommemorationsmedien am Ende der Antike (3.–7. Jh.)
(Prof. Dr. Christian Witschel, Prof. Dr. Stephan Westphalen, Stefan Ardeleanu, Jon Cosme Cubas Díaz, Solvejg Langer)
UP3
Rezeption und kommunale Neuschöpfung: Die Antike in der städtischen Epigraphik des lateinischen Mittelmeerraums
(Prof. Dr. Nikolas Jaspert, Dr. Wolf Zöller)

Unterprojekte der 1. Förderphase (2011-2015)

UP1
Textmonumente. Die Entwicklung der Inschriftenkultur Athens von den Perserkriegen bis zur römischen Eroberung
(Prof. Dr. Kai Trampedach, Dr. Irene Berti)
UP2
Spätantike Inschriftenkultur(en) im Imperium Romanum – zum Wandel von Kommuniktionsstrukturen und Kommemorationsmedien am Ende der Antike
(Prof. Dr. Christian Witschel, Prof. Dr. Stephan Westphalen, Katharina Bolle, Fabian Stroth)
UP3
Die Stadt als ‚beschriebener Raum‘. Das Beispiel Pompeji und Herculaneum
(Dr. Jens-Arne Dickmann, Dr. Fanny Opdenhoff)

 

Projektbeschreibung

Öffentliche Inschriften auf Stein und anderen Materialien (z.B. Mosaiken, Malerei) prägten die klassischen und mittelalterlichen Städte des Mittelmeerraumes von kurz nach der (Wieder)-entdeckung der Schrift im Griechenland des achten Jahrhunderts v. Chr. über die Erfindung der Druckerpresse im fünfzehnten Jahrhundert n. Chr. und darüber hinaus. Das Teilprojekt A01 versammelt eine Reihe interdisziplinärer Projekte, welche die griechischen und lateinischen ‚epigraphic habits’ im urbanen Raum mediterraner Städte erforschen. Dabei werden stark öffentlich geprägte Sakral- (z.B. antike Heiligtümer oder Kirchen) und Sepulkralräume in den Blick genommen. Die dritte Förderperiode von A01 bringt die Arbeit der ersten zwei Förderphasen zum Abschluss, indem sie in neue Regionen und Zeitspannen vordringt, neue Textarten (Epigramme) behandelt, aber auch besonders fruchtbare epigraphische Räume wiederaufgreift, die uns mithilfe praxeologischer und topologischer Analysen noch vieles über öffentliches Schreiben in den betrachteten transregionalen Untersuchungsbereichen zu berichten haben.

Die Herstellung von Inschriften stellte über tiefgreifende kulturelle Verschiebungen im Mittelmeerraum hinweg eine Konstante dar, auch wenn sich die Anzahl, das Aussehen, und die Ziele dieser Texte mitunter stark veränderten. Mit Unterprojekten, die von der antiken griechischen Welt über die Spätantike und die Periode der Christianisierung bis ins westliche Mittelalter und die Byzantinische Zeit fast zwei Millennien abdecken, kann die Entwicklung von ‘epigraphic habits’ und auch die besondere Diversität von Inschriftenkulturen (manchmal nur durch überlieferte Handschriften) über breite kulturelle Kontexte hinweg erfasst werden.  A01 befasst sich mit übergreifenden Anliegen des SFB, z.B. den Standorten der Texte, ihrer Sichtbarkeit und ihrer Einbettung in breitere kulturelle, rituelle, praktische, und ästhetische Zusammenhänge. Die Methodologien der dritten Förderphase fußen auf der Arbeit der ersten und zweiten Phase und umfassen die Autopsie und Dokumentation von Materialien und textueller Überlieferung, den Fokus auf archäologischen/architektonischen Zusammenhängen, die historische Kontextualisierung, digitale Datenbanken sowie Analysen auf theoretischer Grundlage. Die Arbeit basiert auf der Annahme, dass Inschriften nicht nur historische Aufzeichnungen der antiken und mittelalterlichen Welt sind, sondern aktiv daran Teil hatten, diese Gesellschaften zu formen.

A01 beinhaltet sowohl großflächige Synthesen epigraphischer Trends, z.B. Grabinschriften im westlichen spätrömischen Reich, als auch tiefgreifende Untersuchungen ausgewählter und epigraphisch besonders reicher Räume, wie etwa das griechische Heiligtum von Delphi, das mittelalterliche Rom, und die byzantinische Hauptstadt Konstantinopel. Austausch innerhalb von A01, innerhalb des SFB 933 und mit Forschern von anderen Universitäten und internationalen Einrichtungen ist essentiell, um eine vielfältige Perspektive auf Inschriften in städtischen Räumen des antiken und mittelalterlichen Mittelmeerraumes zu erhalten. Die Ergebnisse des Projekts werden sowohl durch traditionelle Formate als auch durch digitale Publikationen veröffentlicht, mit einem Schwerpunkt auf Transfer von und freiem Zugang zu Erkenntnissen aus langfristiger Forschungsarbeit.

Veranstaltungen des Teilprojekts

28.-29.11.2019
Epidoc-Workshop (Ansprechpartnerin: A. Sitz)

29.3.-5.4.2020
Spring school in Rom: "Schrifträume im antiken und mittelalterlichen Rom": TP A01, A 05 in Kooperation mit dem Deutschen Archäologischen Institut Rom, dem Deutschen Historischen Institut Rom und der Bibliotheca Hertziana Rom (Ansprechpartner: S. Ardeleanu; W. Zöller)

Dissertationsprojekte

B. Wang, The Presence of Inscriptions in Greek Sanctuaries: Evoking the Polis Through Epigraphic Display.

S. Langer, Epigramme in und an byzantinischen Bauwerken Konstantinopels: Schriftbild und Materialität (4.–14. Jh.).
 

2. Förderphase (2015 bis 2019)

Im Mittelpunkt des Teilprojekts stehen Inschriften und inschriftliche Denkmäler, die in den öffentlichen (und halb-öffentlichen) Räumen antiker und mittelalterlicher Städte des Mittelmeerraums aufgestellt bzw. angebracht wurden. Dazu zählen in erster Linie in Stein gehauene Texte, aber auch in anderem Material ausgeführte Inschriften, wie Bronze, Holz oder Mosaik.

Das Teilprojekt ist interdisziplinär zusammengesetzt und gliedert sich in drei Unterprojekte. Diese nehmen zentrale Fragestellungen des SFB in den Fokus – von der Materialität der untersuchten Schriftzeugnisse und deren topologischer Verortung im Stadtraum über die Wahrnehmungsweisen und Rezeptionspraktiken, die sie evozierten bzw. die an ihnen vollzogen wurden, bis hin zur Wiederverwendung solcher beschrifteten Artefakte in sekundären Kontexten.

Chronologisch und räumlich reicht der Bogen vom hellenistischen Kleinasien über das spätantike Africa bzw. die Levante bis hin zu den hochmittelalterlichen Städten des nördlichen Mittelmeerraums. Dieser sehr breit angelegte Forschungshorizont wurde bewusst gewählt, um Kontinuitäten und Wandlungsphänomene im Umgang mit epigraphischen Denkmälern besser nachvollziehen zu können. Dabei gilt das Interesse insbesondere medialen Umbruchsituationen und deren Kontexte, wie etwa die Transformation der städtischen Inschriftenkultur der Antike zu stark funerär dominierten Praktiken in der christlichen Spätantike oder die erneute Ausprägung einer öffentlichen, kommunalen Inschriftenkultur in den hochmittelalterlichen Städten des nördlichen Mittelmeerraums.

Korykos, Sarkophagdeckel

Methodisch betreten alle Unterprojekte Neuland: Auf der einen Seite widmen sie sich der jeweils spezifischen materiellen Präsenz und der kontextuellen Verortung inschriftlicher Denkmäler. Auf der anderen Seite fragen sie nach deren Aussageintentionen (unter Einbeziehung des Textes) und nehmen auch die an ihnen vollzogenen Rezeptionspraktiken in den Blick. Die Inschriften werden dabei als ‚Aktanten‘ verstanden, deren individuelle ‚Affordanz‘ jeweils spezifisch auf ihre Umgebung einwirkte und den menschlichen Betrachter und Leser womöglich zu bestimmten Handlungen animierte. Dieser methodische Zugang wird durch echte Grundlagenforschung auf der Basis detaillierter Objektautopsien ermöglicht, aus denen auch neuartige Datenbankformate und (digitale) Editionsformen entstehen werden.

Veranstaltungen des Teilprojekts

30.5.-1.6.2019
Internationale Tagung "Funerary Landscapes of the Late Antique Oecumene. Contextualizing Archaeological and Epigraphic Evidence of Mortuary Practices".

Programm (PDF)
Tagungsbericht
(auf www.hsozkult.de)

9.-10.11.2018
Internationaler Workshop in Heidelberg (Universitätsarchiv, Akademiestr. 4-8): "Materialität, Inschriftlichkeit und schrifttragende Artefakte im mittelalterlichen Rom". 

Programm (PDF)

9.-10.5.2017
Internationaler Kooperationsworkshop in Münster in Zusammenarbeit mit dem Exzellenzcluster „Religion und Politik“ der Universität Münster: "Understanding the Epigraphy of Greek sanctuaries".

Programm (PDF)
Bericht (auf sfb933.hypotheses.org)

7.-8.7.2016
Interner Workshop des Teilprojekts A01

19.-20.5.2016
Internationale Tagung in Kooperation mit dem Deutschen Historischen Institut (DHI) Rom: "Inschriftenkulturen im kommunalen Italien: Traditionen, Brüche, Neuanfänge".

Programm (PDF)
Bericht (auf www.hsozkult.de)

Kooperationen

Als Gastwissenschaftlerinnen und Gastwissenschaftler des SFB besuchen das Teilprojekt:

  • Francesca Bigi (September/Oktober 2016; Mai-Juli 2018)
  • Nicoletta Giovè (Juni/Juli 2017)
  • Hüseyin Sami Öztürk (Juni 2018)
  • Ann Marie Yasin (Juni/Juli 2018)
  • Jeremy Ott (Mai/Juni 2019)

Dissertationsprojekte

J. C. Cubas Díaz, Das Sepulkralwesen des Rauen Kilikien am Ende der Antike. Grabdenkmal, Schrift und Raum. Selbstdarstellung und Memoria im Wandel (eingereicht im November 2018).

E. Roels, Textual monuments. Epigraphic Dossiers on Civic Buildings in Hellenistic and Imperial Asia Minor (4th c. BC–3rd c. AD) (eingereicht im November 2018).

Publikationen des Teilprojektes

  • S. Ardeleanu, Directing the Faithful, Structuring the Sacred Space: Funerary Epigraphy in its Archaeological Context in Late-Antique Tipasa, Journal of Roman Archaeology 31, 2018, 475-501.
  • S. Ardeleanu, Zum funerärepigraphischen Habit des spätantiken Hippo Regius. Gräber, Kirchen mit Bestattungen und Grabinschriften in ihrem urbanen und sozialen Kontext, RM 125, 2019, 401-448.
  • S. Ardeleanu, L’épigraphie funéraire de l’Afrique du Nord tardo-antique: bilan, problèmes et perspectives de la recherche récente (1988–2018), in: S. Aounallah – A. Mastino (a cura di), L’Africa Romana. Atti dell XXI Convegno de l’Africa Romana (Tunisi, 6–9 dicembre 2018). L’epigrafia del Nord Africa: novità, riletture, nuove sintesi (Epigraphica, Collana Epigrafia e Antichità, 45) (Faenza 2020) 639–651.
  • S. Ardeleanu – J. Osnabrügge, Werkstattbericht zum "Römersteineprojekt". Eine neue Kooperation der Reiss-Engelhorn-Museen mit dem Mannheimer Altertumsverein und den Universitäten Tübingen und Heidelberg, Mannheimer Geschichtsblätter 32, 2016, 135-146.
  • I. Berti – K. Bolle – F. Opdenhoff – F. Stroth (Hrsg.), Writing Matters. Presenting and Perceiving Monumental Inscriptions in Antiquity and the Middle Ages (MTK Bd. 14), Berlin 2017.
  • K. Bolle – C. Machado – C. Witschel (Hrsg.), The Epigraphic Cultures of Late Antiquity (HABES Bd. 60), Stuttgart 2017.
    • darin: K. Bolle, Spätantike Inschriften in Tuscia et Umbria. Materialität und Präsenz, 147-212.
    • C. Witschel, Spätantike Inschriftenkulturen im Westen des Imperium Romanum – Einige Anmerkungen, 33-53.
    • Rez: http://www.bmcreview.org/2018/01/20180147.html
  • K. Bolle - M. von der Höh - N. Jaspert (Hrsg.), Inschriftenkulturen im kommunalen Italien. Traditionen, Brüche, Neuanfänge (MTK Bd. 21), Boston - Leiden - München 2019.
    • darin: K. Bolle, Die Kommune Rom und ihre Inschriften. Ein Blick aus althistorischer Perspektive, 225-266.
    • N. Jaspert - C. Witschel, Inschriftenkulturen im kommunalen Italien. Ergebnisse und Perspektiven, 305-324.
  • K. Bolle, Inscriptions between Text and Texture: Inscribed Monuments in Public Spaces – A Case Study at Late Antique Ostia, in: A. Petrovic – I. Petrovic – E. Thomas (Hrsg.), The Materiality of Text - Placement, Perception, and Presence of Inscribed Texts in Classical Antiquity. Brill Studies in Greek and Roman Epigraphy Bd. 11, Leiden – Boston 2018, 348-379.
  • K. Bolle, Materialität und Präsenz spätantiker Inschriften. Eine Studie zum Wandel der Inschriftenkultur in den italienischen Provinzen (MTK Bd. 25), Berlin – Boston 2019.
  • N. Jaspert, Politische Epigraphik und die Nutzung der Antike in den iberischen Reichen des frühen und hohen Mittelalters“, in: Archiv für Kulturgeschichte 101 [im Erscheinen, 27 Seiten].
  • L. Meier, Der sogenannte Piratenüberfall auf Teos und die Diadochen: Eine Neuedition der Inschrift SEG 44, 949, Chiron 47, 2017, 115-188.
  • L. Meier, Kibyra in hellenistischer Zeit. Neue Staatsverträge und
    Ehreninschriften, Denkschriften der philosophisch-historischen Klasse
    516. Ergänzungsbände zu den Tituli Asiae Minoris 29, Wien 2019.
  • F. Opdenhoff, Layers of Urban Life: A Contextual Analysis of Inscriptions in the Public Space of Pompeii, in: A. Petrovic – I. Petrovic – E. Thomas (Hrsg.), The Materiality of Text - Placement, Perception, and Presence of Inscribed Texts in Classical Antiquity. Brill Studies in Greek and Roman Epigraphy 11, Leiden – Boston 2018, 303-323.
  • E. J. J. Roels, ἀναγράψαι δὲ τὸ ψήφισμα. The Public Monuments of Iasos and their Function as Schriftträger, Tijdschrift voor Meditterane Archeologie 58, 2018, 12-20 (auf Niederländisch).
  • E. J. J. Roels, The Queen of Inscriptions Contextualized. The Presence of Civic Inscriptions in the Pronaos of Ancient Temples in Hellenistic and Roman Asia Minor (4th c.  BCE-2nd c. CE), in: E. van Opstall (Hrsg.), Sacred Thresholds: The Door to the Sanctuary in Late Antiquity (Religions in the Graeco-Roman World Bd. 185), Leiden - Boston 2018, 221-253.
  • A. Sitz, Hiding in Plain Sight: Epigraphic Reuse in the Temple-Church at Aphrodisias, Journal of Late Antiquity 12.1, 2019, 136-168.
  • A. Sitz, Inscribing Caria: The Perseverance of Epigraphic Traditions in Late Antiquity, in: S. Mitchell – P. Pilhofer (Hrsg.), Early Christianity in Asia Minor and Cyprus: From the Margins to the Mainstream, Brill (Leiden 2019) 202-225.
  • A. Sitz, Beyond Spolia: A New Approach to Old Inscriptions in Late Antique Anatolia, American Journal of Archaeology 123.4, 2019, 643-674.
  • S. Westphalen (in Zusammenarbeit mit N. Asgari, A. Ișın und Ö. Öztürk), Die Basilika am Kalekapı in Herakleia Perinthos. Bericht über die Ausgrabungen von 1992–2010 in Marmara Ereğlisi. Mit Beiträgen von B. Böhlendorf-Arslan, E. Arzu Demirel und J.J. Rasch (Istanbuler Forschungen Bd. 55), Tübingen 2016.
  • C. Witschel, Die epigraphische und statuarische Ausstattung von Platzanlagen (fora) im römischen Germanien, in: A. Hensen (Hrsg.), Das große Forum von Lopodunum, Edingen-Neckarhausen 2016, 91-152.
  • C. Witschel, La trasformazione delle forme di rappresentazione epigrafica nelle città dell’Italia centro-settentrionale in età tardoantica, in: F. Mainardis (Hrsg.), ‚Voce concordi‘. Scritti per Claudio Zaccaria (Antichità Altoadriatiche Bd. 85), Trieste 2016, 747-755.
  • W. Zöller, Saeculum obscurum - Der epigraphische Befund (ca. 900-1000), in: Quellen und Forschungen aus italienischen Archiven und Bibliotheken 99 (2019) [im Erscheinen].
  • Beiträge in: Die Magie der Schrift. Spektrum der Wissenschaft Spezial. Archäologie - Geschichte - Kultur 3/2016.
    • F. Opdenhoff, Pompeji: Graffiti – 'Social Network' in der Antike
    • C. Witschel, Inschriften. Texte für die Ewigkeit
  • Beiträge in: M. Böttner – L. Lieb – C. Vater – C. Witschel (Hrsg.), 5300 Jahre Schrift, Heidelberg 2017 (www.5300jahreschrift.de).
    • J.C. Cubas Díaz, Ein Sarkophag aus Tyros. Kommunikation durch spätantike Grabinschriften
    • N. Jaspert, Wie kam das Wahre Kreuz nach Toulouse? Ein beschriftetes Reliquiar erzählt eine Geschichte
    • F. Opdenhoff, Kritzeln, Zeichnen, Schreiben. Antike Graffiti als Kommunikationsform
    • E. Roels, Der Tempel als monumentaler Schriftträger. Die Inschriften am Zeustempel von Azanoi
    • C. Witschel, Eine mörderische Schlacht gegen die Iuthungen: Der Augsburger Siegesaltar
  • Beiträge in: Roma Aeterna 5, 2, 2017: De beschreven stad (https://www.romaaeterna.nl/page/online-lezen).
    • K. Bolle, De Romeinse commune en haar inscripties. Over de herbeleving van een antiek gebruik in de 12e eeuw, 70-83. (Die stadtrömische Kommune und ihre Inschriften: Zum Wiederaufleben eines antiken Brauchtums im 12. Jh.; auf Niederländisch).
    • E. Roels, Eeuwige letters. De voortdurende fascinatie van de Romeinse inscripties, 10-23. (Buchstaben für die Ewigkeit: Die fortwährende Faszination römischer Inschriften; auf Niederländisch)
    • W. Zöller, Het pausdom in het saeculum obscurum: het epigrafisch material (ca. 900–1050), 44-51. (Das Papsttum im Saeculum obscurum: Der epigraphische Befund (ca. 900-1015, auf Niederländisch). 

Öffentliche Teilprojektdaten und Webplattformen

Unterprojekt 2
Datenpublikation zu den Kapitellen in der Hagia Sophia
http://hagiasophia.materiale-textkulturen.de

Unterprojekt 2
Die spätantiken Statuen-Basen von Lepcis Magna in ihrem urbanen Kontext
http://lepcismagna.materiale-textkulturen.de

Unterprojekt 2
Mosaikinschriften auf den Fußböden von Kirchenräumen in der spätantiken Provinz Venetia et Histria
http://mosaikinschriften.materiale-textkulturen.de

Unterprojekt 3 (alt)
Die Kartierung der Inschriften im öffentlichen Raum der Stadt Pompeji
https://pompeji.materiale-textkulturen.de/

Unterprojekt 3 (neu)
Die Inschriften der Päpste im mittelalterlichen Rom, ca. 500-1500 - Versuch einer topographisch-topologischen Rekonstruktion 
https://rom.materiale-textkulturen.de

Unterprojekt 2
The late antique inscriptions of Tuscia et Umbria
https://tusciaetumbria.materiale-textkulturen.de

 

1. Förderphase (2011 bis 2015)

Wer sich in einer antiken Stadt bewegte, sah sich unentwegt und unwillkürlich beschrifteten und beschriebenen Monumenten gegenüber. Das ursprüngliche Zusammenwirken zwischen den Inhalten dieser Texte und ihrer charakteristischen Materialität sowie ihrer topologischen Verortung ist jedoch sowohl in der althistorisch-epigraphischen als auch in der archäologischen Forschung häufig aus dem Blick geraten. Die materiale Erscheinung des Schriftträgers in seiner räumlichen Umgebung, seine Präsenz in Relationen zu anderen epigraphischen und bildlichen Monumenten oder seine Wahrnehmung durch den menschlichen Betrachter stehen daher im Fokus des Teilprojektes. So soll eine Inschrift fortan nicht als ‚bloßer’ Text, sondern als visuell bedeutungsvolles Artefakt verstanden werden, dessen kulturelle Bedeutung ganz maßgeblich durch die zeitgenössische Wahrnehmung und Beurteilung bestimmt wurde.

Gefallenenliste aus Athen, 420-400 v. Ch.

Um dieses Phänomen antiker Inschriftenkultur möglichst ganzheitlich zu erfassen, d.h. seine Wurzeln, Wandlungsprozesse wie kulturellen Bedeutungshorizonte auch über epochale und territoriale Grenzen hinweg verstehen zu können, gliedert sich das Teilprojekt in drei Einzelstudien mit jeweils unterschiedlichen chronologischen und geographischen Fokussierungen:

Irene Berti (Unterprojekt 1) wendet sich artefaktischen Schriftzeugnissen des klassischen und hellenistischen Athen zu. Zentral ist dabei die topologische Rekonstruktion der Aufstellungskontexte sowie die Untersuchung von Funktion und Rezeption der beschrifteten Artefakte. Katharina Bolle und Fabian Stroth (Unterprojekt 2) nehmen die Transformation der traditionellen Inschriftenkultur des Römischen Reiches während spätantiker und frühbyzantinischer Zeit in den Blick. Fanny Opdenhoff (Unterprojekt 3) beschäftigt sich in einer Fallstudie mit der Rekontextualisierung der Schriftbefunde aus Pompeji und Herculaneum. Neben der Einordnung in das räumliche Umfeld stehen dabei die visuelle Wirkung der Texte und Fragen nach der Rolle des Schriftgebrauches in den beiden Städten im Vordergrund.

Veranstaltungen des Teilprojektes

29.-30.05.2015
Workshop "Inscribing Space: The Topography of Attic Inscriptions"; Leitung: Dr. Irene Berti und Dr. Daniela Marchiandi (Universität Turin)

03.06.2014
Workshop mit Frau Dr. Daniela Marchiandi (Universita`di Torino): "I periboli funerari: una fonte per la storia sociale dell'Atene classica / The funerary Periboloi: a source for the social history of classical Athens"

26.-31.10.2013
Gemeinsamer Workshop der Teilprojekte A01, A05 und INF in Istanbul. Erstellung eines 3D-Modells eines Kapitells der Hagia Sophia; Panorama-Aufnahme des Epigramms der Sergius- und Bacchuskirche

10.-12.10.2013
IWH Symposium "Writing Matters: Presenting and Perceiving Monumental Texts in Ancient Mediterranean Cultures"

10.06.2013
Workshop mit Frau Prof. Dr. Rebecca Benefiel (Washington and Lee University, Lexington): "Schriftzeugnisse im räumlichen Kontext der Stadt Pompeji"

23.07.2012
Vortrag von Prof. Andreas Bendlin (University of Toronto): "The Materiality and Praxeology of Domestic Religion in Pompeii and Herculaneum"

25.-26.11.2011
Workshop "Beschriftete Artefakte im öffentlichen Raum: Formen und Aspekte der Präsentifizierung"

Kooperationen

Eine langfristige Kooperation besteht zwischen UP2 und Prof. Silvia Orlandi von der Università La Sapienza, Rom. Mit Prof. Silvia Orlandi führte das Projekt A01 ein zweijähriges Austauschprogramm (finanziert durch die Vigoni Stiftung, 2011-2012) zum Thema „Inscriptions as monuments in the Roman World“ durch, das mehrere Aufenthalte der Projektmitarbeiter und des Projektleiters in Rom ermöglichte.

Als Gastwissenschaftlerinnen und Gastwissenschaftler des SFB besuchten das Teilprojekt:

  • Silvia Orlandi, Rom, La Sapienza (April–Juni 2012),
  • Annalisa Pierini, Università degli Studi di Perugia (Juni 2012),
  • Andreas Bendlin, University of Toronto (Juli 2012),
  • Rebecca Benefiel, Washington and Lee University, Lexington (Juni 2013) und
  • Daniela Marchiandi (Mai 2014).

Die Gastwissenschaftlerinnen und Gastwissenschaftler arbeiteten jeweils intensiv mit dem Teilprojekt und einzelnen Unterprojekten zusammen und führten während ihres Aufenthaltes Workshops durch.

Abgeschlossene Dissertationen

K. Bolle, Inschriftlichkeit am Ende der Antike. Zur Materialität und Präsenz spätantiker Inschriften im Westen des Imperium Romanum (November 2014).

F. Opdenhoff, Die Stadt als beschriebener Raum. Das Beispiel Pompeji und Herculaneum (November 2014).

F. Stroth, Die Monogramm-Kapitelle der Hagia Sophia (November 2014). 

Publikationen des Teilprojektes

  • Beiträge in: T. Meier - M. Ott - R. Sauer (Hrsg.), Materiale Textkulturen. Konzepte - Materialien - Praktiken, Materiale Textkulturen 1 (Berlin, Boston 2015):
    • I. Berti - W. Keil - P. A. Miglus: "Meißeln"
    • I. Berti - T. Meier - M. Ott: "Gießen"
    • I. Berti - W. Keil - P. A. Miglus: "Ritzen"
    • I. Berti - C. Haß - K. Krüger - M. Ott: "Lesen"
    • A. Jördens - T. Balke - I. Berti - N. Maag: "Beurkundungen"
    • K. Bolle - S. Westphalen - C. Witschel: "Mosaizieren (Mosaik)"
    • K. Bolle - C. Theis - L. Wilhelmi: "Wiederverwenden"
    • J.-A. Dickmann - F. Elias - F. E. Focken: "Praxeologie"
    • S. Enderwitz - F. Opdenhoff - C. Schneider: "Auftragen, Malen und Zeichnen"
    • W. Keil - F. Opdenhoff: "Putz"
    • T. Balke - W. Keil - F. Opdenhoff - F. Stroth: "Stein"
    • J.A. Dickmann - W.E. Keil - C. Witschel: "Topologie"
    • F. Elias - F. E. Focken - T. Meier - C. Witschel: "Das Verhältnis von Materialitätsprofil, Topologie und Praxeographie"
    • K. Trampedach u. a.: "Metall"
    • K. Trampedach u. a.: "Zerstören und Vernichten"  
  • I. Berti, Value for Money: Pleasing the Gods and Impressing Mortals in the Archaic and Early Classical Age, in: F. Carlà - M. Gori (Hrsg.), Gift Giving and the 'Embedded' Economy in the Ancient World, Heidelberg 2014, 289-313.
  • I. Berti, Quanto costa incidere una stele? Costi di produzione e meccanismi di pubblicazione delle iscrizioni pubbliche in Grecia”, in: HISTORIKA. Studi di storia greca e romana III, 2013, 11-46.
  • F. Opdenhoff, Organisation von Bewegung in kleinen Häusern Pompejis, in D. Kurapkat - P. I. Schneider - U. Wulff-Rheidt (Hrsg.), Die Architektur des Weges. Gestaltete Bewegung im gebauten Raum. Internationales Kolloquium in Berlin vom 8.-11. Februar 2012, veranstaltet vom Architekturreferat des DAI, Diskussionen zur Archäologischen Bauforschung 11 (Regensburg 2014), 282-291.
  • C. Witschel, Alte und neue Erinnerungsmodi in den spätantiken Inschriften Roms, in: R. Behrwald - C. Witschel (Hrsg.), Rom in der Spätantike: Historische Erinnerung im städtischen Raum (HABES Bd. 51), Stuttgart 2012, 357-406.
  • C. Witschel, Das epigraphische Image des Herrschers. Entwicklung, Ausgestaltung und Rezeption der Ansprache des Kaisers in den Inschriften Neros und Domitians, in: S. Bönisch-Meyer et al. (Hrsg.), Nero und Domitian. Mediale Diskurse römischer Herrscherrepräsentation, München 2014, 81-175 (zusammen mit S. Bönisch-Meyer).
  • C. Witschel, Epigraphische Monumente und städtische Öffentlichkeit im Westen des Imperium Romanum, in: W. Eck – P. Funke (Hrsg.), Öffentlichkeit – Monument – Text. XIV Congressus Internationalis Epigraphiae Graecae et Latinae, Berlin 2012 – Akten, Berlin – Boston 2014, 105-133.
  • C. Witschel, Inschriften und Inschriftenkultur der konstantinischen Zeit in Aquileia, Aquileia Nostra 83, 2012/13 [2015], 29-66.
  • C. Witschel, Hispania, Gallia, and Raetia, in: R.R.R. Smith – B. Ward-Perkins (Hrsg.), The Last Statues of Antiquity, Oxford 2016, 69-79.

 

Teilprojekte der 3. Förderperiode

A01 A02 A03 A05 A06 A08 A09 A10 A11 A12 B01 B04 B09 B10 B13 B14 B15 C05 C07 C08 C09 C10 INF Ö2 Z

 

 

abgeschlossene Teilprojekte

A01 A03 A04 B02 B03 B06 B07 B11 B12 C01 C02 C03 C04 C06 IGK Ö1

 

 

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