Materiale Textkulturen
Teilprojekte
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C05

Inschriftlichkeit. Reflexionen materialer Textkultur in der Literatur des 12. bis 17. Jahrhunderts

 

aktuelle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Teilprojektleiter Prof. Dr. Ludger Lieb
akademische Mitarbeiterin Laura Velte
akademischer Mitarbeiter Dennis Disselhoff M.A.

ehemalige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

akademischer Mitarbeiter Frank Krabbes
akademische Mitarbeiterin Dr. Astrid Lembke
akademischer Mitarbeiter Dr. Michael R. Ott
weitere Mitarbeiterin Ricarda Wagner

 

 

 

Projektbeschreibung


Datenbank des Teilprojekts: https:/inschriftlichkeit.materiale-textkulturen.de/
 


Interview mit der Anglistin Prof. Dr. Christine Neufeld (Eastern Michigan University, Ypsilanti, USA), die von Mai-August 2016 Gastwissenschaftlerin am TP C05 warIm Teilprojekt C05 werden soziokulturelle Praktiken des Umgangs mit schrifttragenden Artefakten erforscht, wie sie in mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Erzählungen zu beobachten sind. Im Zentrum stehen narrative fiktionale (›literarische‹) Texte des 12. bis 17. Jahrhunderts, in denen von (fiktiven) Inschriften erzählt wird. Da die untersuchten Inschriften oft symbolträchtig sind, mitunter in den Bereich des Wunderbaren und Sakralen weisen, geht es vor allem auch um ihre imaginäre Dimension. Solche Vorstellungen und das sich in ihnen artikulierende Wissen um Praktiken und Bedingungen von Schriftlichkeit sind – so eine der Grundannahmen des Teilprojekts – für den Diskurs über mittelalterliche Schriftlichkeit aufschlussreich. Die Rekonstruktion eines solchen »Inschriftlichkeitsdiskurses« gehört zu den zentralen Zielen des Teilprojekts.

Video: 3-Minuten Wissenschaft. Der Apfel der Diskordia, Michael R. OttWerden Texte im Mittelalter und der frühen Neuzeit üblicherweise auf Pergament oder Papier geschrieben, stellt das Teilprojekt davon abweichenden Schreibszenarien ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Als Inschriften gelten folglich Texte, deren Beschreibstoffe aus Materialien bestehen, die gegenüber Papier und Pergament einen breiteren Angebotscharakter (Affordanz) besitzen bzw. nicht primär zum Beschreiben verwendet werden. Darunter fallen beispielweise Erzählungen über beschrifteten Schmuck aus (Edel-)Steinen, gravierte Waffen aus Metall oder zeichenhaft bestickte Kleidung, ferner auch (metaphorische) Einschreibungen ins Herz oder Erzählungen über ephemere Schriftzeichen in Wasser oder Sand. Inschriften sind häufig durch einen erkennbaren oder fühlbaren ›Höhenunterschied‹ gegenüber der Ebene des Textträgers gekennzeichnet. Weiterhin geht das Teilprojekt davon aus, dass schrifttragende Artefakte eine gesteigerte Verbindung zwischen Geschriebenem und Schriftträger aufweisen. Dies gilt etwa für singuläre und exzeptionelle Gegenstände (wie die sehr aufwendige mit einem langen Text versehene Hundeleine, das Brackenseil, im ›Titurel‹ Wolframs von Eschenbach oder den schriftmagischen Apfel der Discordia im ›Trojanerkrieg‹ Konrads von Würzburg), für Artefakte, deren Schrift die Identität eines Protagonisten bestimmt (etwa die Tafel im ›Gregorius‹ Hartmanns von Aue oder die Helminschrift des Protagonisten im ›Rolandslied‹), aber auch für Bauminschriften, die im Rahmen der ›Schäferdichtung‹ des 17. Jahrhunderts einen privilegierten Ort der Produktion und Rezeption von Poesie darstellen.

Als Grundlage der Forschung werden Belegstellen von erzählten Inschriften in der deutschsprachigen Literatur des 12. bis 17. Jahrhunderts gesammelt und hinsichtlich ihrer Materialität in einer Datenbank systematisch aufbereitet. Die Belegstellen sind online zugänglich: https://inschriftlichkeit.materiale-textkulturen.de. Eine Arbeitsbibliographie (Stand: 1. Juni 2018) informiert über projektrelevante Forschungsliteratur. Für die dritte Förderperiode plant das Teilprojekt, die Datenbank um weitere Belegstellen vor allem aus der mittellateinischen und altfranzösischen Literatur zu ergänzen und sie so zu einem Abschluss zu bringen, dass sie dauerhaft der Wissenschaft zur Verfügung steht. Zudem sollen die kulturgeschichtlichen, textanthropologischen und narratologischen Aspekte von Inschriftlichkeit in einer abschließenden Publikation zusammengeführt werden. Hierfür sind insbesondere noch zwei Dimensionen ausführlich zu bearbeiten: das Verhältnis von real überlieferten und erzählten Inschriften (Arbeitsbereich von Laura Velte) sowie die erzählten Inschriften in der Übergangszeit des 15. bis 17. Jahrhunderts (Dissertation von Dennis Disselhoff).

Erste Förderperiode (2011-2015)

Einen Schwerpunkt in der ersten Förderperiode bildete die datenbankgestützte Erfassung, Dokumentation und systematische Beschreibung von Belegstellen aus der Literatur des 12. bis 17. Jahrhunderts sowie die Entwicklung einer adäquaten Datenbankstruktur. Ausgewertet wurde ein Großteil der deutschen Erzähltexte des 12. bis 15. Jahrhunderts. Erschwert wurde das Sammeln der Belegstellen dadurch, dass sich bereits bestehende Korpora als unvollständig erwiesen. Besonders im Bereich des mittelhochdeutschen Romans, den die Forschung bereits ausgewertet hatte, fehlten viele Belegstellen, so dass eine Re-Lektüre unabdingbar wurde. In diesem Zusammenhang wurden zugleich Möglichkeiten einer digitalen Volltextrecherche ausgelotet. Für den bis vor kurzem noch unübersichtlichen Bereich der Minnereden konnte – auf Grundlage des vom Projektleiter mitverantworteten ›Handbuchs Minnereden‹ – eine vollständige Erfassung der Inschriften durchgeführt werden, wodurch der Bestand an Textstellen sowohl quantitativ als auch qualitativ erweitert wurde.

Neben der Grundlagenarbeit der Datenbank kann das Projekt verschiedene Ergebnisse vorweisen, in denen das Potential der gesammelten Belege erkundet und genutzt wurde. In verschiedene Richtungen haben die Projektmitarbeiter*innen eine kultur- und medienwissenschaftliche Perspektivierung vorgenommen. In Vorträgen und Aufsätzen sind sie z. B. folgenden Fragestellungen nachgegangen: welche Funktionen mobilen Artefakten im Unterschied zu immobilen zukommen, wie schrifttragende Artefakte an der Identität von Figuren teilhaben können, wie das computertechnologische Konzept der ›Schnittstelle‹ fruchtbar die komplexen praxeologischen Vorgänge zwischen Rezipienten (oder Netzwerken von Rezipienten) und schrifttragenden Artefakten erfassen kann, welche forschungspraktischen Erkenntnisse sich aus der disziplingeschichtlichen Reflexion über den Status textimmanenter und realer Inschriften ableiten lassen, wie sich die Akteur-Netzwerk-Theorie auf ein konkretes schrifttragendes Artefakt anwenden lässt, wie textimmanente Inschriften für eine einzelne Gattung aussagekräftig werden können oder auch wie Grabinschriften als dauerhafte, Präsenz herstellende, zu Kommunikation und Handeln anregende Artefakte fungieren.
 

Zweite Förderperiode (2015-2019)

Nachdem in der ersten Förderperiode vor allem die deutschsprachige höfische Literatur des Mittelalters und die darin befindlichen Inschriften den Untersuchungsgegenstand bildeten, wurde der Fokus in der zweiten Förderperiode auf andere europäische Literaturen (alt- und mittelenglisch, altnordisch, altfranzösisch, altspanisch und altitalienisch) ausgeweitet. In Zusammenarbeit mit externen Wissenschaftler*innen haben die Teilprojektmitarbeiter*innen ein Buch verfasst, in dem erstmals die europäische Dimension textimmanenter Inschriftlichkeit in den Blick genommen wird: Writing beyond Pen and Parchment: Inscribed Objects in Medieval European Literature, hg. von Ricarda Wagner, Christine Neufeld und Ludger Lieb (erscheint im November 2019 als Band 30 in der Reihe “Materiale Textkulturen” des SFB 933). Der europäische Kontext wurde zudem in der Doktorarbeit von Laura Velte berücksichtigt. Ausgehend von der (spät-)antiken Tradition literarischer Epitaphe fragt sie nach der semiotischen und narrativen Funktion von Grabmälern in der mittelalterlichen Literatur. Die Habilitationsschrift von Michael R. Ott geht einer theoretischen und wissenschaftsgeschichtlichen Fragestellung nach. Unter anderem analysiert er darin, warum die germanistische Mediävistik schrifttragende Artefakte des Mittelalters in der Vergangenheit nie in ihrer Materialität und Präsenz wahrgenommen hat.

Dissertation Laura Velte

Die im November 2018 abgeschlossene Doktorarbeit von Laura Velte (»Sepulchralsemiotik. Traditionen und Funktionen der Grabinschrift in der europäischen Literatur des Mittelalters«) widmet sich dem großen Korpus der erzählten Grabinschriften im Mittelalter. Anhand der deutschen und europäischen Literatur des Mittelalters erarbeitet sie eine Semiotik des Sepulkralen. Sie begreift Grabinschriften als eine Kulturpraktik der Entgrenzung, mit der ein Verstorbener dauerhaft in die Welt eingeschrieben werden soll und deren Absicht sich bereits in der Wahl robuster Memorialmaterialien wie Stein oder Metall zeigt. Während das Grabmal den abwesenden Leib räumlich substituiert (Kontiguitätsprinzip), bewahrt die Schrift dessen spezifische Eigenschaften über den Tod hinaus (Identifikationsprinzip), wodurch die Schrift für den Leser zum Interpretanten des materialen Substituts wird. Vor diesem Hintergrund fragt Laura Velte nach den Möglichkeiten des Erzählens von Grabmälern und Grabinschriften in der volkssprachigen Literatur des 12. und 13. Jahrhunderts (mit Schwerpunkt auf dem deutschen höfischen Roman). Dafür untersucht sie zuerst die Traditionen, die das Erzählen von Grabmälern im Hochmittelalter geprägt haben. Nachdem zunächst ein Überblick über handschriftliche Sammlungen von realen und fiktiven Grabinschriften gegeben wird, nimmt die Arbeit vor allem Epitaphzitate in Biographie, Heiligenvita, Epos und Geschichtsschreibung des lateinischen Gelehrtendiskurses in Früh- und Hochmittelalter in den Blick. An ausgewählten Beispielen wird gezeigt, dass erzählte Grabinschriften 1. als tragende Erzählsegmente dienen, die gerade längere Texte in formaler Hinsicht (bis hin zur Oberfläche des Layouts) ordnen, Sequenzübergänge und -schlüsse markieren und das Erzählte heilsgeschichtlich dimensionieren, 2. als transgenerisches Element ein beliebter Ort für Intertextualität sind und 3. eine auffallende Tendenz zur Selbstreferenz zeigen, mithin sich selbst und die ihnen eigene Materialität problematisieren, um dabei die raumzeitliche Reichweite von realen Epitaphen gegenüber fiktiven in Konkurrenz treten zu lassen. Analysiert werden sodann vor allem volkssprachige Romane des 12. und 13. Jahrhunderts im europäischen Kontext, wobei narrative, semantische und metapoetische Funktionen der erzählten Grabinschriften besondere Aufmerksamkeit erhalten. Schwerpunkte liegen auf der Ausstellung von Genealogie und Geschichtsteleologie in den ekphrastischen Grabinschriften der Antikenromane (Troja, Eneas, Alexander), auf den heidnischen Grabinschriften der höfischen Romane (›Parzival‹, ›Wigalois‹, ›Flore und Blanscheflur‹), die sich durch die Verdichtung kultureller Gegensätze und einen Zuwachs an inschriftlicher ›Bilanzierung‹ auszeichnen, sowie schließlich auf der epitaphischen ›Kondensierung‹ im arthurischen Prosaroman (›Prosalancelot‹), die im Sinne eines fingierten chronikalen Erzählens gedeutet wird.

Habilitationsschrift Michael R. Ott

Unter dem Etikett ›Textwissenschaft‹ (»Die Germanistik und ihr Mittelalter. Textwissenschaftliche Interventionen«) untersucht Michael R. Ott, Mitarbeiter im Teilprojekt von 2013 bis 2019, einige disziplinäre Weichenstellungen der germanistischen Mediävistik, die dazu geführt haben, dass die schrifttragenden Artefakte von der Forschung gerade nicht in ihrer Materialität und Präsenz wahrgenommen wurden. Dabei sorgt die disziplingeschichtliche Perspektive der 2018 fertiggestellten Habilitationsschrift für eine wissenschaftsgeschichtliche Selbstreflexion, wie sie prominent etwa von Bruno Latour vorexerziert wurde. Die Ergebnisse der Arbeit entsprechen – immer innerhalb des thematischen Rahmens der Germanistischen Mediävistik – in vielerlei Hinsicht den Perspektiven und Herangehensweisen des SFB 933: So setzt die Habilitationsschrift unter anderem an die Stelle der Herstellung eines kritischen Textes des Nibelungenlieds eine synoptische Lektüre; als Ersatz für eine material wenig plausible Aufteilung der Lyrik in Minnesang und Sangspruchdichtung wird ›das Politische der Lyrik‹ in den Vordergrund gerückt; statt die mittelalterlichen Texte auf Geschichtswissenschaft und Germanistik zu verteilen, wirbt die Arbeit für einen dritten Weg zwischen den Disziplinen; um der langwährenden Diskussion über Fiktionalität und Faktualität zu entkommen, werden die für die Textpraktiken der zeitgenössischen Rezipienten und Produzenten viel wichtigeren Erzählwelten in den Blick gerückt; mit Begriffen wie ›Urkundlichkeit‹ und ›Inschriftlichkeit‹ stellt sich die Habilitationsschrift quer zu älteren Diskussionen rund um Lesen/Schreiben, Mündlichkeit/Schriftlichkeit sowie Bild/Text; und an die Stelle von Baumdiagrammen und Belegsammlungen treten schließlich Netzwerkdiagramme, um die Komplexität der Textkultur des Hochmittelalters mit aktuellen Werkzeugen neu sichtbar und besser lesbar zu machen. Mit all diesen Argumentationen steht die Habilitationsschrift für eine neue, textwissenschaftliche Perspektive der Germanistischen Mediävistik ausgehend von den Fragestellungen, Begriffen und Theorien des SFB 933.

Habilitationsschrift von Astrid Lembke

Astrid Lembke, Mitarbeiterin im Teilprojekt 2011/2012, verfolgt in ihrer 2018 fertiggestellten Habilitationsschrift (»Inschriftlichkeit und Literaturtheorie. Intratextuelle Poetiken mittelalterlicher Romane«) die These, dass mittelalterliche Autoren höfischer Romane nicht nur in ihren Prologen literaturtheoretische Programme entwerfen, wie dies Walter Haug in seiner programmatischen Studie zur »Literaturtheorie im deutschen Mittelalter« festgestellt hat, sondern auch auf der Handlungsebene. Oft wird die Machart und Wirkweise schriftlich fixierter erzählender Literatur innerhalb der erzählten Welt an Objekten vorgeführt, die einen Teil eben dieser erzählten Welt bilden. Haiko Wandhoff hat in seiner Studie zur mittelalterlichen Ekphrasis gezeigt, wie Kunst- und Architekturbeschreibungen als Schlüssel zur Interpretation derjenigen Texte verwendet werden können, in die sie handlungslogisch eingebettet sind und auf deren Machart sie als mise en abyme verweisen. Aus einer vergleichbaren Perspektive lassen sich auch erzählte Inschriften betrachten. Anhand solcher »Texte im Text« diskutieren mittelalterliche Autoren, wie und unter welchen Umständen es möglich ist, schreibend Sinnzusammenhänge zu stiften.

Das Erkenntnisinteresse der Habilitationsschrift besteht darin, über den Nachvollzug der in den mittelalterlichen Texten anhand von Inschriften vorgeführten semiotischen, narratologischen, performativitätstheoretischen und poetologischen Operationen ein neues Modell der Poetologie des höfischen Romans zu erstellen. Die fiktiven Inschriften werden dabei als eigenständige Texte interpretiert, die inhaltlich wie auch in ihrer Materialität zu dem sie umgebenden Text in einem Verweiszusammenhang stehen. Auf diese Weise werden sowohl einige bislang vernachlässigte Deutungsangebote als auch das poetologische Verständnis der Autoren sichtbar gemacht. Untersucht werden zu diesem Zweck exemplarisch für die hochmittelalterliche höfische Literatur fünf kanonische Texte des 13. Jahrhunderts: Wirnts von Grafenberg ›Wigalois‹, Hartmanns von Aue ›Gregorius‹, der anonyme ›Reinfried von Braunschweig‹, Konrads von Würzburg ›Trojanerkrieg‹ und Wolframs von Eschenbach ›Titurel‹.

Veranstaltungen

Die Veranstaltungen des Teilprojekts dienten und dienen dem Austausch mit Forscherinnen, Forschern und Forschungsverbünden, die thematisch-methodische Berührungspunkte und Anschlussmöglichkeiten bieten, sowie der Bekanntmachung und Diskussion des eigenen Forschungsansatzes:

  • Vortragsreihe (in Kooperation mit dem Teilprojekt B06) »Inschriftlichkeit und Bildlichkeit. Materiale und intermediale Dimensionen des Geschriebenen in deutschen Texten des Mittelalters« (Oktober bis Dezember 2011)
    • Katharina Philipowski: Die steinerne Rede Persines. Zur Grabinschrift in Thürings von Ringoltingen »Melusine«
    • Michael Stolz: Stilus – calamus – griffel – stift. Zur Metaphorik des Stilbegriffs in der mittellateinischen und mittelhochdeutschen Literatur
    • Andreas Kraß: Der Finger Gottes. Realpräsenz in der semiotischen Theorie und Praxis des Mittelalters
    • Christoph Schanze: Textbildlichkeit. Das Wissen vom Guten und Bösen im »Welschen Gast« Thomasins von Zerklære
    • Henrike Manuwald: Bilder für Literati? Zum volkssprachigen Bild-Text im »Andachtsbüchlein aus der Sammlung Bouhier«
    • Christina Lechtermann: »Ain sunder lob hie schriben in«. In-Texte im »Marienleben« Wernhers des Schweizers
    • Mathias Herweg: Verlorene Präsenz oder: Faszinationen der Handschriftenkultur im Zeitalter des frühen Buchdrucks
    • Christian Kiening: Auratische Schrift
    • Stephan Müller: (In-)Schriften gegen den Teufel. Aspekte des Gebrauchs von Schrift und Geheimschrift in der Kultur des Mittelalters
  • Workshop zum Thema »Dinge und ihre Schriften. Poetologie und Funktion erzählter Inschriften« (am 6./7. Dezember 2012)
    • Christoph Huber: Der Apfel der Discordia und seine Inschrift
    • Elisabeth Martschini: Beständigkeit – Lebendigkeit – Vergänglichkeit. Aspekte von (In)Schriftlichkeit in höfischen Erzähltexten des 13. Jahrhunderts
    • Flavia Pantanella, M.A.: Inschriftlichkeit in Minnereden
    • Astrid Lembke: Die Liebe im Ding. Versiegelte Botschaften im »Wigalois«
  • Internationale SFB-Autorenkonferenz (in Kooperation mit dem Teilprojekt C02) »Praktiken schriftlicher Kommunikation. Die Produktion und Rezeption von schrifttragenden Artefakten in der alttestamentlichen und mittelalterlichen Literatur« (29. September bis 1. Oktober 2014)
    • Robert Folger: Die Imagination der Materialität: Das Liebesgefängnis (»Cárcel de amor« 1492), Metatextualität und soziale Praxis
    • Konrad Schmid: Schrift und Schriftmetaphorik in der Prophetie des Jeremiabuchs
    • Reinhard Müller: Vom verschrifteten Orakelspruch zum Prophetenbuch. Schriftliche Übermittlung göttlicher Botschaften im Licht von Jes 8,1.16 und Jes 30,8
    • Friedrich-Emanuel Focken: Ezechiels Schriftrolle. Die Konzeption seiner Prophetie im Berufungsbericht (Ez 1–3)
    • Erhard Blum: Die altaramäischen Wandinschriften vom Tell Deir ʻAlla und ihr institutioneller Kontext
    • David M. Carr: Amulet Practice and Democratized Regulation of Education
    • Astrid Lembke: Schmuck und Gefängnis. Das Grabmal der Japhite in Wirnts von Grafenberg »Wigalois«
    • Katharina Philipowski: Schrift in Fesseln: Die steinerne Rede der Persine in Thürings von Ringoltingen »Melusine« (1456)
    • Daniel Stökl Ben Ezra: Bücherlesen im Jachad Qumrans: Himmlische Bücher zwischen Katechese, kollektivem Studium und esoterischer Geheimschrift
    • Andrew James Johnston: Schriftkommunikation in »Beowulf«
    • Joachim Schaper: Anthropologie des Schreibens als Theologie des Schreibens
    • Hanna Liss: Ein Pentateuch wie andere auch? Die Lese-Geheimnisse des »Regensburg Pentateuch«
    • Christina Lechtermann: Textherstellung in den Marienleben Philipps von Seitz, Walthers von Rheinau und Wernhers des Schweizer
    • Jan Christian Gertz: Mose zerbricht die Tafeln des Bundes am Sinai. Literarhistorisch ausgereizt, aber praxeologisch unterschätzt?
    • Ludger Lieb/Michael R. Ott: Schnittstellen. Mensch-Artefakt-Interaktion in deutschsprachigen Texten des 13. Jahrhunderts
  • »Graffiti. Auf- und Inschriften in sprach- und literaturwissenschaftlicher Perspektive«, Arbeitstagung der Österreichischen Gesellschaft für Germanistik, des Deutschen Germanistenverbandes und des SFB 933 (5. bis 7. November 2015 an der Universität Paderborn)
  • Zwei Workshops zu »Erzählten Inschriften in europäischen Literaturen« zur Vorbereitung des Bandes »Writing beyond Pen and Parchment« am 15.07.2016 und 14./15.07.2017. TeilnehmerInnen: Nataša Bedeković, Frank Bezner, Stephen Dörr, Maria Krümpelmann, Ludger Lieb, Stephanie Lang, Tamara Ludwig, Christine Neufeld, Michael Ott, Nele Schneidereit, Sascha Schultz, Katja Schulz, Isabel Toral-Niehoff, Laura Velte, Ricarda Wagner, Christoph Witt

Projektrelevante Publikationen

Sammelbände

Ricarda Wagner, Christine Neufeld u. Ludger Lieb (Hgg.): Writing beyond Pen and Parchment: Inscribed Objects in Medieval European Literature. (Materiale Textkulturen 30) Berlin/Boston 2019. [https://www.degruyter.com/view/product/524503]

Michaela Böttner, Ludger Lieb, Christian Vater u. Christian Witschel (Hgg.): 5300 Jahre Schrift. Heidelberg 2017. [https://5300jahreschrift.materiale-textkulturen.de/]

Ludger Lieb, Stephan Müller u. Doris Tophinke (Hgg): Graffiti. Deutschsprachige Auf- und Inschriften in sprach- und literaturwissenschaftlicher Perspektive. (Stimulus. Mitteilungen der Österreichischen Gesellschaft für Germanistik 24) Wien 2017.

Friedrich-Emanuel Focken, Michael R. Ott (Hgg.): Metatexte. Erzählungen von schrifttragenden Artefakten in der alttestamentlichen und mittelalterlichen Literatur. (Materiale Textkulturen 15) Berlin/Boston 2016. [DOI 10.1515/9783110417944]

Beate Kellner, Ludger Lieb u. Stephan Müller unter Mitarbeit von Jan Hon u. Pia Selmayr (Hgg.): Höfische Textualität. Festschrift für Peter Strohschneider. Heidelberg 2015. 

Thomas Meier, Michael R. Ott u. Rebecca Sauer (Hgg.): Materiale Textkulturen. Konzepte – Materialien – Praktiken. (Materiale Textkulturen 1) Berlin/München/Boston 2015 [DOI 10.1515/9783110371291].

Margreth Egidi, Ludger Lieb, Mireille Schnyder u. Moritz Wedell (Hgg.): Liebesgaben. Kommunikative, performative und poetologische Dimensionen in der Literatur des Mittelalters und der Frühen Neuzeit. (Philologische Studien und Quellen 240) Berlin 2012.

Aufsätze

Ricarda Wagner, Christine Neufeld: Introduction. In: Dies. u. Ludger Lieb (Hgg.): Writing beyond Pen and Parchment: Inscribed Objects in Medieval European Literature. (Materiale Textkulturen 30) Berlin/Boston 2019, S. 1–14. [https://www.degruyter.com/view/product/524503]

Laura Velte, Michael R. Ott: Writing Between Stillness and Movement. Script-Bearing Artefacts in Courtly German Literature. In: Ricarda Wagner, Christine Neufeld u. Ludger Lieb (Hgg.): Writing beyond Pen and Parchment: Inscribed Objects in Medieval European Literature. (Materiale Textkulturen 30) Berlin/Boston 2019, S. 17–40. [https://www.degruyter.com/view/product/524503]

Christine Neufeld, Ricarda Wagner: Inscriptions in British Literature: From Runes to the Rise of Public Poetry. In: Dies. u. Ludger Lieb (Hgg.): Writing beyond Pen and Parchment: Inscribed Objects in Medieval European Literature. (Materiale Textkulturen 30) Berlin/Boston 2019, S. 63–92. [https://www.degruyter.com/view/product/524503]

Michael R. Ott: Culture in Nature. Writing on Wood. In: Ricarda Wagner, Christine Neufeld u. Ludger Lieb (Hgg.): Writing beyond Pen and Parchment: Inscribed Objects in Medieval European Literature. (Materiale Textkulturen 30) Berlin/Boston 2019, S. 167–178. [https://www.degruyter.com/view/product/524503]

Michael R. Ott, Stephanie Béreiziat-Lang: From Tattoo to Stigma: Writing on Body and Skin. In: Ricarda Wagner, Christine Neufeld u. Ludger Lieb (Hgg.): Writing beyond Pen and Parchment: Inscribed Objects in Medieval European Literature. (Materiale Textkulturen 30) Berlin/Boston 2019, S. 193–208. [https://www.degruyter.com/view/product/524503]

Ludger Lieb: Woven Words, Embroidered Stories: Inscriptions on Textiles. In: Ricarda Wagner, Christine Neufeld u. Ludger Lieb (Hgg.): Writing beyond Pen and Parchment: Inscribed Objects in Medieval European Literature. (Materiale Textkulturen 30) Berlin/Boston 2019, S. 209–220. [https://www.degruyter.com/view/product/524503]

Christine Neufeld: Writing Spaces: Inscriptions on Architecture. In: Ricarda Wagner, dies. u. Ludger Lieb (Hgg.): Writing beyond Pen and Parchment: Inscribed Objects in Medieval European Literature. (Materiale Textkulturen 30) Berlin/Boston 2019, S. 223–238. [https://www.degruyter.com/view/product/524503]

Ricarda Wagner: Tablets and the Poetics of the Pre-Modern Post-It. In: Dies., Christine Neufeld. u. Ludger Lieb (Hgg.): Writing beyond Pen and Parchment: Inscribed Objects in Medieval European Literature. (Materiale Textkulturen 30) Berlin/Boston 2019, S. 239–254. [https://www.degruyter.com/view/product/524503]

Laura Velte: Sepulchral Representation: Inscribed Tombs and Narrated Epitaphs in the High Middle Ages. In: Ricarda Wagner, Christine Neufeld u. Ludger Lieb (Hgg.): Writing beyond Pen and Parchment: Inscribed Objects in Medieval European Literature. (Materiale Textkulturen 30) Berlin/Boston 2019, S. 255–274. [https://www.degruyter.com/view/product/524503]

Michael R. Ott: Text-Bearing Warriors: Inscriptions on Weapons. In: Ricarda Wagner, Christine Neufeld u. Ludger Lieb (Hgg.): Writing beyond Pen and Parchment: Inscribed Objects in Medieval European Literature. (Materiale Textkulturen 30) Berlin/Boston 2019, S. 275–290. [https://www.degruyter.com/view/product/524503]

Maria Krümpelmann, Ludger Lieb, Tamara Ludwig, Christine Neufeld, Michael R. Ott, Ricarda Wagner: A Cabinet of Curiosities. In: Ricarda Wagner, Christine Neufeld u. Ludger Lieb (Hgg.): Writing beyond Pen and Parchment: Inscribed Objects in Medieval European Literature. (Materiale Textkulturen 30) Berlin/Boston 2019, S. 317–332. [https://www.degruyter.com/view/product/524503]

Ludger Lieb, Verfluchte Dinge. Artefaktbiographien und Dingkarrieren in der Edda und im Nibelungenlied. [Online-Publikation 2018].

Michael R. Ott: Die höfische Welt der Dinge: Wolframs von Eschenbach Parzival. In. Susanne Scholz, Ulrike Vedder (Hgg.): Handbuch Literatur & Materielle Kultur. (Handbücher zur kulturwissenschaftlichen Philologie 6) Berlin/Boston 2018, S. 163–171. 

Michael R. Ott: Erzählte Bauminschriften zwischen Antike und Früher Neuzeit. In: Ludger Lieb, Stephan Müller u. Doris Tophinke (Hgg.): Graffiti. Deutschsprachige Auf- und Inschriften in sprach- und literaturwissenschaftlicher Perspektive. (Stimulus. Mitteilungen der Österreichischen Gesellschaft für Germanistik 24) Wien 2017, S. 23–39.

Ludger Lieb, Ricarda Wagner: Dead Writing Matters? Materiality and Presence in Medieval Narrations of Epitaphs. In: Irene Berti, Katharina Bolle, Fanny Opdenhoff u. Fabian Stroth (Hgg.): Writing Matters: Presenting and Perceiving Monumental Texts in Ancient Mediterranean Culture. (Materiale Textkulturen 14) Berlin/München/Boston 2017, S. 15–26.[DOI 10.1515/9783110534597-002]

Ludger Lieb, Michael R. Ott: Schnittstellen. Mensch-Artefakt-Interaktion in deutschsprachigen Texten des 13. Jahrhunderts. In: Friedrich-Emanuel Focken, Michael R. Ott (Hgg.): Metatexte. Erzählungen von schrifttragenden Artefakten in der alttestamentlichen und mittelalterlichen Literatur. (Materiale Textkulturen 15) Berlin/Boston 2016, S. 265–279. [DOI 10.1515/9783110417944-014]

Ludger Lieb: Spuren materialer Textkulturen. Neun Thesen zur höfischen Textualität im Spiegel text-immanenter Inschriften. In: Beate Kellner, Ludger Lieb u. Stephan Müller unter Mitarbeit von Jan Hon u. Pia Selmayr (Hgg.):, Höfische Textualität. Festschrift für Peter Strohschneider. Heidelberg 2015, S. 1–20.

Ludger Lieb, Michael R. Ott: Schrift-Träger. Mobile Inschriften in der deutschsprachigen Literatur des Mittelalters. In: Annette Kehnel, Diamantis Panagiotopoulos (Hgg.): Schriftträger – Textträger. Zur materialen Präsenz des Geschriebenen in frühen Gesellschaften. (Materiale Textkulturen 6) Berlin/München/Boston 2015, S. 17–38. [DOI 10.1515/9783110371345.15]

Michael R. Ott: Rot auf weiß. Geschlechterkonstellationen, Taktiken und Strategien im Meisterlied von »Albertus Magnus und der Tochter des Königs von Frankreich«. Publiziert am 06.08.2015. [URL] [urn:nbn:de:bsz:16-heidok-191650]

Michael R. Ott: Die Tafel des Gregorius als schrifttragendes Artefakt. In: Zeitschrift für Germanistik 25 (2015), S. 253–267.

Michael R. Ott, Flavia Pantanella: Geschriebenes erzählen. Erzählte Inschriften in Minnereden aus narrativer, poetologischer und materialer Perspektive. In: Iulia-Emilia Dorobanţu, Jacob Klingner u. Ludger Lieb (Hgg.): Zwischen Anthropologie und Philologie. Beiträge zur Zukunft der Minneredenforschung, Heidelberg 2014, 329–362. [URL]

Michael R. Ott: Philologie der Worte und Sachen. Friedrich Panzers Inschriftenforschung als disziplinäre Herausforderung. In: Deutsche Vierteljahrsschrift für Literaturwissenschaft und Geistesgeschichte (DVjs) 88 (2014), S. 234–255.

Michael R. Ott: Die Erfindung des Paratextes – Überlegungen zur frühneuzeitlichen Textualität. Publiziert am 06.08.2010. [URL] [urn:nbn:de:hebis:30-78139]

Ludger Lieb: Kann denn Schenken Sünde sein? Liebesgaben in Literatur und Kunst von Ovid bis zum Gothaer Liebespaar (um 1480). In: Annette Kehnel (Hg.): Geist und Geld. (Wirtschaft und Kultur im Gespräch 1) Frankfurt a. M. 2009, S. 185–218.

Ludger Lieb: Minne schreiben. Schriftmetaphorik und Schriftpraxis in den ›Minnereden‹ des späten Mittelalters. In: Mireille Schnyder (Hg.): Schrift und Liebe in der Kultur des Mittelalters. [Kolloquium Konstanz Oktober 2005]. (Trends in Medieval Philology 13) Berlin/New York 2008, S. 191–220.

Beiträge und Artikel

Ludger Lieb: Schrift auf fantastischen Gräbern im Mittelalter. Eine kafkaeske Lektüre (um 1260). In: Michaela Böttner et al. (Hgg.), 5300 Jahre Schrift. Heidelberg: Wunderhorn 2017, S. 106–109. [https://5300jahreschrift.materiale-textkulturen.de/]

Ludger Lieb: Textkulturen. Neuer Blick auf alte Schriften. In: Die Magie der Schrift – Spektrum der Wissenschaft Spezial Archäologie – Geschichte – Kultur 3 (2016), S. 6–13.

Ludger Lieb: Imagination. Buchstaben, Begehren und Tod. In: Die Magie der Schrift – Spektrum der Wissenschaft Spezial Archäologie – Geschichte – Kultur 3 (2016), S. 78–81.

Ludger Lieb, Markus Hilgert: Entstehung und Entwicklung des Heidelberger SFB 933. In: Thomas Meier, Michael R. Ott u. Rebecca Sauer (Hgg.): Materiale Textkulturen. Konzepte – Materialien – Praktiken. (Materiale Textkulturen 1), Berlin/München/Boston 2015, S. 7–16. [DOI 10.1515/9783110371291.7]

Michael R. Ott: Mitarbeit an den Artikeln »Material«, »Kontext«, »Geschriebenes«, »Textkulturen«, »Wachs«, »Holz«, »Naturmaterialien«, »Menschenhaut«, »Textilien«, »Gießen«, »Lesen und Entziffern«. In: Thomas Meier, Michael R. Ott u. Rebecca Sauer (Hgg.): Materiale Textkulturen. Konzepte – Materialien – Praktiken (Materiale Textkulturen 1), Berlin/München/Boston 2015. [DOI 10.1515/9783110371291]

Michael R. Ott: Literaturwissenschaft per Suchmaschine. Auf der Suche nach fiktionalen Inschriften mit der »Mittelhochdeutschen Begriffsdatenbank«, Material Text Culture Blog 2013.5. [pdf]

Astrid Lembke, Ludger Lieb: Magie der Inschrift. Die sinnliche Art der Informationsübermittlung. In: Forschungsmagazin der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg 1/2012, S. 20–27. [link (Stand 03.09.2015)]

Ludger Lieb: Panzer, Friedrich (Wilhelm). In: Enzyklopädie des Märchens 10 (2002), Sp. 517–520.

Datenbank

https://inschriftlichkeit.materiale-textkulturen.de/index.php

Video

Interview mit Dr. Michael R. Ott (23. Oktober 2013), https://www.materiale-textkulturen.de/video01.php?v=1

 

Teilprojekte der 3. Förderperiode

A01 A02 A03 A05 A06 A08 A09 A10 A11 A12 B01 B04 B09 B10 B13 B14 B15 C05 C07 C08 C09 C10 INF Ö2 Z

 

 

abgeschlossene Teilprojekte

A01 A03 A04 B02 B03 B06 B07 B11 B12 C01 C02 C03 C04 C06 IGK Ö1

 

 

Mitglieder des SFB

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